Die Grundlage bildete das Konzept „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“. Der Einzelne erfährt: Mein Handeln hat Konsequenzen. Nicht nur für mich, sondern auch für andere. Ich kann etwas tun, um die Welt ein Stück zu verbessern. Ein solches Denken ist notwendig, um Veränderungen anzustoßen und drängende Umweltprobleme wie den Klimawandel oder die ungleiche Verteilung von Reichtum anzugehen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung ist für ErzieherInnen im Kindergarten kein zusätzliches Projekt. Sie zielt auf eine dauerhafte Veränderung der pädagogischen Arbeit, fördert spielerisch einen Erkenntnisgewinn bei Kindern und befähigt sie, die Welt langfristig verantwortungsvoll mitzugestalten.

Experimentieren, Hinterfragen, Ausprobieren: Die fünftägigen Leuchtpol-Fortbildungen
"Leuchtpol – Energie und Umwelt neu erleben" war das größte deutsche Projekt für BNE im Kindergarten. Intensive fünftägige Fortbildungen für ErzieherInnen waren die entscheidende Basis, um nachhaltiges Denken und Handeln im Kindergarten zu verankern. Experimentieren, Hinterfragen und Ausprobieren – so näherten sich die ErzieherInnen dem Thema Nachhaltigkeit.

Das Thema „Energie und Umwelt“ stand im Zentrum. Energienutzung berührt viele Alltagsbereiche: Ernährung, Transport oder Konsum. Sie kann aber auch ein Anlass sein, gemeinsam mit Kindern über Werte zu sprechen, etwa über Gerechtigkeit und Solidarität.

Und was passiert im Kindergarten?
Jeder Kindergarten ist anders. Ein Kerngedanke von "Leuchtpol – Energie und Umwelt neu erleben": ErzieherInnen entdecken, welche Anknüpfungspunkte zum Thema Nachhaltigkeit ihre eigene Einrichtung bietet. Und wie sie Kinder zum Fragen ermuntern und diese Fragen aufgreifen, um den Forschergeist der Kinder zu wecken oder sie zum Philosophieren anzuregen. Die ErzieherInnen geben den Kindern Rahmenbedingungen, mit denen die Kleinen ihre Lernprozesse selber gestalten – und begleiten sie dabei. Dreh- und Angelpunkt ist immer das Spielen.

Stärkung der Persönlichkeit
Kinder erfahren, dass ihr Handeln Konsequenzen hat. Sie erkennen aber auch, dass sie aus verschiedenen Alternativen auswählen können und die Folgen ihrer Entscheidung mitbestimmen. Auf diesem Fundament entwickeln Kinder eigene Werte und Haltungen, die sie zur aktiven Aneignung von Wissen befähigen und darin bestärken, selbst Verantwortung zu übernehmen.

 

Das waren die Ziele und Maßnahmen des Projekts "Leuchtpol – Energie und Umwelt neu erleben" von 2009 bis 2012:

  • Bis Dezember 2012 wurden 4.000 Kindergärten erreicht. Das ist ein Zehntel aller Einrichtungen in Deutschland.
  • Es wurden kostenlose, berufsbegleitende Fortbildungen für ErzieherInnen im Kindergarten und Materialien und Beratung für die praktische Umsetzung vor Ort angeboten.
  • Die Projektergebnisse bis Ende 2012 wurden in die Diskussion der FachexpertInnen und bildungspolitisch Verantwortlichen eingebracht.
  • Es wurden Impulse gegeben, Bildung für nachhaltige Entwicklung in Bildungsplänen für Kindergärten und Lehrplänen für Fachschulen zu verankern.
  • Auch neben den Fortbildungen wurden Akzente gesetzt, um Bildung für nachhaltige Entwicklung weitflächig bekannt zu machen: etwa mit der rund 120 qm großen Mitmach-Ausstellung und einem jährlichen bundesweiten Wettbewerb.
  • Es wurde ein bundesweites Netzwerk an Konsultationkitas entwickelt. Diese sind weiterhin kompetente Anlaufstellen für ErzieherInnen und Kitas, die sich über Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Kita-Praxis informieren möchten.
  • Mit der jährlichen Fachtagung sowie regionalen Fachtagen wurde die bundesweite Vernetzung mit Blick auf Bildung für nachhaltige Entwicklung gestärkt.