Pressemitteilung

Bildung für nachhaltige Entwicklung: Zukunftsweisendes Projekt für Kindergärten startet in Hessen

Ministerpräsident Roland Koch wünscht Leuchtpol viel Erfolg

Frankfurt am Main, 19.03.2009. Mit dem Namen „Leuchtpol“ startet in Hessen ein zukunftsweisendes Projekt zur Förderung von Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in Kindergärten. Bis zum Jahr 2012 sollen bundesweit mindestens 4.000 Kindergärten in Fragen der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung am Beispiel Energie und Umwelt erreicht werden. Das sind zehn Prozent aller Kindertagesstätten.

Auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschung zu kindlichen Lern- und Bildungsprozessen erhalten Erzieherinnen und Erzieher dazu in kostenlosen und berufsbegleitenden Fortbildungen die notwendigen Kompetenzen zur Umsetzung des Bildungskonzeptes in ihren Kindergärten. Im Hessischen Weilburg haben in dieser Woche die ersten 57 Erzieherinnen und Erzieher am Leuchtpol-Fortbildungsangebot teilgenommen.

Albrecht W. Hoffmann, Geschäftsführer der gemeinnützigen Leuchtpol Gesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main: „Nach dem Start in Hessen werden wir noch in diesem Jahr über unsere regionalen Büros ähnliche Fortbildungsangebote für Erzieherinnen und Erzieher aus dem gesamten Bundesgebiet anbieten.“ Zudem, so Hoffmann, wolle man bis zum Jahr 2012 konkrete Vorschläge entwickelt haben, wie das moderne Bildungskonzept von Leuchtpol in den staatlichen Bildungsplänen und den Lehrplänen („Curricula“) von Fachschulen für Erzieherinnen und Erzieher verankert werden könne.

Hinter dem Projekt Leuchtpol steht der Dachverband der Umweltbildungseinrichtungen in Deutschland, die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Bundesverband e.V. (ANU). Wissenschaftlich beraten, begleitet und evaluiert wird Leuchtpol vom Institut infis der Leuphana Universität Lüneburg unter Leitung von Prof. Dr. Ute Stoltenberg. Die E.ON AG fördert das Projekt finanziell. In einem Grußwort zum Start in Hessen wünscht der Hessische Ministerpräsident Roland Koch dem Projekt Leuchtpol viel Erfolg.

Die Vorsitzende des ANU-Bundesverbandes, Annette Dieckmann, erläutert das Grundverständnis der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung im Kindergarten: „Wir wollen, dass Kinder sich neugierig und mit viel Spaß dem Thema Energie nähern. Über leicht begreifbare Phänomene wie Wärme, Licht, Strom oder Motorkraft entdecken sie beim Spielen und Experimentieren, wo Energie in ihrem Alltag vorkommt. Begleitet von den Erzieherinnen und Erziehern sollen die Kinder selbst eine Beziehung zwischen ihren eigenen Bedürfnissen, ihrem Handeln und ihrer Umwelt erkennen und diese auch aktiv gestalten können. Damit wird die Basis gelegt für die Kompetenz, Zukunft nachhaltig gestalten zu können.“

Die hohe Kompetenz der in der ANU vernetzten Umweltbildungszentren sowie die hohe gesellschaftliche Relevanz des Projekts waren auch ausschlaggebend für das Engagement von E.ON für das Projekt. Christoph Dänzer-Vanotti, im E.ON-Vorstand für Personal und gesellschaftliche Verantwortung zuständig, erklärt: „Ein verantwortungsvoller Umgang mit Energie und den natürlichen Ressourcen gehört zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Dies erfordert nicht nur veränderte Energiestrukturen und -systeme, sondern auch veränderte Einstellungen und Verhaltensweisen der Gesellschaft. Mit dem Projekt ‚Leuchtpol’ will E.ON im Rahmen ihrer Initiative ‚Energie für Kinder’ einen konkreten Beitrag leisten, bereits den Jüngsten ein Bewusstsein für Energie und Umwelt zu vermitteln – denn früh übt sich bekanntlich am allerbesten.“

Dass die Basis vieler Kompetenzen bereits im Kindergarten gelegt werden kann, findet auf wissenschaftlicher Seite Bestätigung. Als Beraterin und Begleiterin von Leuchtpol trägt Prof. Dr. Ute Stoltenberg maßgeblich zur Qualitätssicherung des Projektes Leuchtpol bei. Die Grundlagen des Leuchtpol-Fortbildungskonzeptes beruhen laut Prof. Dr. Stoltenberg auf der Forschung zu kindlichen Lern- und Bildungsprozessen, die mit dem Projekt in die Praxis umgesetzt werden. Dabei stehe Deutschland erst am Anfang einer Entwicklung. Prof. Dr. Stoltenberg: „Unsere Studie zu diesem Thema zeigt, dass es in den Bildungsplänen der Bundesländer für den Elementarbereich zahlreiche Anknüpfungspunkte für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung im Elementarbereich gibt. Es fehlt aber eine grundlegende Orientierung und ein Konzept. Mit dem Projekt Leuchtpol wird die Möglichkeit geschaffen, hier einen erheblichen Schritt weiter zu kommen.“