Sie erkundeten alte Mühlen, um der Nutzung von Windenergie in früheren Zeiten auf den Grund zu gehen. Trieben ein Jahrmarktkarussell mit eigener Muskelkraft an. Waren als Erntehelfer beim Kartoffelbauern oder pressten ihren Apfelsaft selbst.

Besonders erfreulich: Auch viele Erzieherinnen ohne Leuchtpol-Fortbildung machten mit. Wie etwa die Naturpädagogin und Projektleiterin Tanja Wendt aus der Kita Räuberhöhle in Hamburg-Jenfeld. „Spielzeug bei uns und anderswo“ hieß ihr Aktionstag zum Wettbewerb 2012. „Fast alle Kinder bei uns haben einen Migrationshintergrund“, sagt Tanja Wendt. „Deshalb haben wir gemeinsam die Idee einer Spielzeugausstellung entwickelt, um zu erfahren, was für unterschiedliche Spielsachen es in allen Ecken der Welt gibt, welchen Stellenwert scheinbar einfache Spielsachen vielerorts haben. Und wie viel Freude selbst erfundene und gebastelte Dinge machen können.“ Auch die Eltern haben sich beteiligt, altes Spielzeug mitgebracht und beispielsweise erzählt, wie sie aus Stofffetzen einen Fußball nähten.

Das Ergebnis: Der bewusste Umgang mit Ressourcen, der historische Bezug durch die Eltern, die Offenheit für scheinbar Fremdes, das Thema Gerechtigkeit – bei so vielen Aspekten kam die Jury nicht umhin, die „Räuberhöhle“ auszuzeichnen – so wie neun andere Kitas, die genauso tolle Ideen hatten. Apropos Jury: Sie war in allen Jahren bunt besetzt mit Experten aus Wissenschaft, Kita-Praxis und Politik. Anke Schröpfer, Landeskoordinatorin für Bildung für nachhaltige Entwicklung im Thüringer Bildungsministerium, saß zweimal im Auswahlgremium. „Bei so vielen kreativen Projekten war es jedes Mal schade, dass wir nur eine bestimmte Zahl prämieren konnten“, lautet ihr Fazit. Einfallsreichtum, der auch die Medien anregte: Viele Zeitungen berichteten, und regten mit kuriosen Überschriften zu Lesen an: „Kühlschrank im Sandkasten“, „Zitronen machen keinen Strom“, „Der Oma auf der Toilette das Licht abgedreht“.

Feierlich ausgezeichnet wurden die Gewinner auf der Leuchtpol-Fachtagung. KI.KA-Moderator Juri Tetzlaff moderierte die Preisverleihung, die Erzieherinnen kehrten mit Preisen wie Dampfmaschine, Wandkugelbahn oder Energieberatung zurück in die Heimat. Die E.ON AG verlieh zudem einen Sonderpreis: Ein Umweltclown überraschte die Kinder in der Kita.

Der Wettbewerb ist vielerorts erst ein Anfang: Jedes der über 400 Projekte leistet seinen Teil, um den Nachhaltigkeitsgedanken in die Gesellschaft zu tragen – und für viele Kitas war es ein erster Anlass, sich mit nachhaltiger Entwicklung auseinanderzusetzen. Kreative Aktionstage legten einen Grundstein für langfristige Projekte und für lokale Netzwerke der Nachhaltigkeit, in denen Kita, Verwaltung, regionale Betriebe aber auch Einzelhändler vor Ort künftig zusammenarbeiten werden – ganz im Sinne des Wettbewerbs aus dem Jahr 2012: „Kleine Schritte, große Wirkung – Gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit.“

 
 

Die Preisträger

Hier finden Sie eine Liste aller Preisträger aus den Jahren 2010 bis 2012.

 

Der Wettbewerb 2010:

„An oder aus – was macht ihr draus?
Ein Tag ohne Strom“

 

Der Wettbewerb 2011:

„Kitas geht raus – und macht was draus!
Ein Aktionstag in Stadt und Gemeinde“

 

Der Wettbewerb 2012:

„Kleine Schritte, große Wirkung –
Gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit“